Kybalion - Prinzip Der Polarität, Kybernetik, Supervision, Hypnose, Meditation

Kybalion – Das Prinzip der Polarität

Im Kybalion ist zu lesen: „Alles ist zweifach, alles ist polar; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur in ihrer Ausprägung verschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nur Halb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebracht werden.“

Wahrnehmung des Prinzips der Polarität im Alltag

Als wir anfingen uns mit dem Prinzip der Polarität zu befassen, hatten wir immer wieder das Bild einer älteren Küchenwaage. Auf der einen Seite (rechts) ist der maximale Punkt (Pol) einer Sache/Eigenschaft/Emotion und auf der anderen Seite (links) befindet sich der minimalste Punkt (Pol) der gleichen Sache/Eigenschaft/Emotion. Auf dieser Linie (zwischen den Polen) gibt es Gradeinheiten, damit intellektuell gemessen werden kann, wo sich jemand oder etwas befindet. Wenn das, was auf die Waage gelegt wird und das Gewicht zwischen beiden Polen übereinstimmt, dann befindet sich etwas im Gleichgewicht. Wir diskutierten über die Fragen: Was gewichte ich wie, hat etwas mehr oder weniger Gewicht für mich, was ist mir wichtig und was möchte ich in meiner Wahrnehmung anders gewichten?

Zum leichteren Verständnis

  • das Beispiel ‚Liebe‘:
    Nehmen wir an, die Linie beschreibt meine ‚Liebe‘ zu einer Person. Der eine Pol beschreibt die maximale Liebe, der andere Pol beschreibt das Gegenteil, Hass. In der Mitte zwischen den Polen ist der Bereich für  Mögen und Nicht-Mögen. Als ich meinen Bekanntenkreis durchging und das Beispiel austestete, da war genau dieser Bereich der Schwierigste. Es spielen so viele unterschiedliche Faktoren und Zeitmomente mit, die eine Betrachtung beeinflussen.
  • das Beispiel ‚Wärme‘:
    Wärme kann physikalisch gemessen werden. Doch wie nehme ich Wärme individuell wahr? Uns fiel spontan ein Beispiel ein. Wir flogen im Winter nach Ägypten. Kühle Minus 5 Grad erleichterten uns den Abschied von Deutschland, in Luxor begrüssten uns warme 25 Grad Außentemperatur. Auf dem Nil bestiegen wir das Kreuzfahrtschiff und genossen schon bald das Bad im Außen-Whirlpool. Die Ägypter in unserer Umgebung konnten es nicht fassen. Im tiefsten Winter, bei eisiger Kälte gingen die Touristen (wir) freiwillig ins Wasser und sonnten sich hinterher, … . Wir erfuhren auf Nachfrage, dass für diesen Irrsinn ausschließlich Touristen aus Europa bekannt sind. Ägyptische Touristen, die zeitgleich auch an Bord waren, hatten dicke Jacken und Wintermäntel an, lagen auf den Liegen unter wärmenden Decken.

Wärme und Kälte (fehlende Wärme) liegen sich polar gegenüber. Die Art der Wahrnehmung hängt vom Grad ab, auf dem ich mich befinde. Den Unterschied macht demnach der Grad und die Bewertung des Grades. Damit werden die scheinbaren Widersprüche plötzlich komplementär, sie liegen sich nur gegenüber und beschreiben in ihrer Natur das Gleiche.

In der Beratung ist das Wissen der beiden Prinzipien ‚Schwingung‚ und ‚Polarität‘ äußerst hilfreich. Denn wenn bewusst wird, dass die Art der Schwingung den Grad zwischen der polaren Wahrnehmung bestimmt, dann kann der Grad verändert werden. Die Bewusstwerdung, wo ich gerade stehe, kann z.B. mit Supervision, systemischen Aufstellungen, Meditation und tiefenpsychologischer Hypnose erfolgen. In der Reflektion mit einem Gegenüber, können auch verborgene Anteile ans Licht kommen.
Je wichtiger mir etwas ist, umso höher ist meine Motivation im Zusammenhang aktiv zu werden. Mit Hilfe der Bewusstwerdung lässt sich die Schwingung verändern, was dazu führt, dass sich auch der Grad zwischen der polaren Wahrnehmung ändert.

Eine für uns sehr wichtige Erkenntnis, ist die Unterscheidung zwischen Dualität und Polarität.

Die Polarität haben wir oben schon beschrieben. Es handelt sich um das ’sowohl-als auch‘ der vermeintlichen Gegensätze, die jeweils einem Grad der Wahrnehmung einer gleichen Sache/Eigenschaft/Emotion entsprechen.

Das Verständnis der Dualität führte uns zur Betrachtung dessen, was alles auf den Grad der Wahrnehmung einwirkt. Der Universalgelehrte Christian Wolff (1679-1754) beschrieb Dualisten mit den Worten: „Dualisten heißen diejenigen, die die Existenz materieller und immaterieller Substanzen annehmen“. Solche und ähnliche Aussagen führten zur Erkenntnis, dass es die Materie z.B. eines Menschen gibt, der auch immaterielle Substanzen enthält (z.B. Schwingungen in Form von Gedanken, Emotionen, Erinnerungen, usw.).
Der Grad der Wahrnehmung zwischen den Polen der jeweiligen Sache/Eigenschaft/Emotion ist auch als Selbstwahrnehmung bekannt. Sie wird beeinflusst durch  zwei unterschiedliche und voneinander unabhängige Beobachterpositionen.

Die Schwingungsmuster dessen, wie das ‚Ich‘ sich sieht (Wie sehe/fühle ich mich?) und die Schwingungsmuster dessen, wie das ‚Ich‘ von anderen gesehen wird. Die beiden ‚Beobachter‘ sind in einem Spannungsverhältnis oder sogar Gegensatz (sich gegenüberliegende Pole). Wird in der Beratung auf die Sicht von nur einem Beobachter eingegangen, dann entspräche dies lediglich der halben Wahrheit. Werden die Gegensätze in Einklang gebracht, dann kann der Grad der Wahrnehmung verändert werden.

Gerne stehen wir für die Beantwortung von Fragen und weiterführenden Informationen zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Karin und Wolfgang Pietzek

www.kybkom.de

10.02.2016

 

 

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