Kybalion, Rhythmus, Grippaler Infekt

Kybalion – Das Prinzip des Rhythmus

Der Satz „Alles fließt“ ist auch bekannt als Formel „Panta rhei“ des griechischen Philosophen Heraklit. Aus dem Satz entwickelte sich die Flußlehre, die besagt „Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln.“

Blick in den Alltag

Beim Schreiben des Artikels sitzt Wolfgang mit grippalem Infekt neben mir. Auf die Frage „Wie denkst du über das Prinzip des Rhythmus“ und die Formel ‚Alles fließt‘, meint er trocken ‚das passt gut. Mir fließt es aus der Nase.‘ Sein Kommentar führte uns beide zu einem Schmunzeln.
Mein Blick geht wieder zu den Unterlagen. Im Kybalion steht „alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“
In der Natur lässt sich das mit dem Gezeiten leicht nachvollziehen. Doch wie sieht es in der Psychologie aus? Wenn alles in allem verbunden ist, dann sind sicherlich auch hier Gezeiten zu finden. Meine Suche führt mich zur Tiefenpsychologie. Neben mir hustet Wolfgang. Also frage ich ihn „Warum bekommt jemand einen grippalen Infekt?“ Seine Antwort überrascht mich. „wenn jemand offen ist dafür und nicht in seiner Mitte ruht.“ Naja, das wirkte auf mich erst mal schwer nachvollziehbar. Wann weiß ich, wenn ich nicht in meiner Mitte ruhe, damit ich im Alltag vorbeugen kann?
Diese Frage führt mich zuerst zur Klärung dessen, wie es zu einem grippalen Infekt kommen kann.

Wie kann es zu einem grippalen Infekt kommen

Ein grippaler Infekt (Erkältung) zählt zu den häufigsten Erkrankungen. Verantwortlich dafür sind meistens Viren, die als Eingangspforte in den Organismus gerne die oberen Atemwege nutzen. Der Grund ist einfach: Damit der Körper nicht unnötig auskühlt, sind in der kälteren Jahreszeit die Schleimhäute (z.B. in der Nase) weniger durchblutet als bei warmen Temperaturen. Geringere Durchblutung bedeutet auch geringere Abwehr. Das erleichtert den Viren den Zugang zum Organismus und das Auslösen des grippalen Infekts.

Was bedeutet das für mich im Alltag?

Die Atemwege stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Leben. Ohne Atem kein Leben. Meine Gedanken führen mich kuriose und gleichzeitig interessante Wege. Wenn ich nun davon ausgehe, dass Mund und Nase auch symbolische Eingangspforten sind, dann könnte es sein, dass der Mund mit dem Schmecken und die Nase mit dem Riechen zusammenhängt.
Das wiederum könnte bedeuten, dass ich in der Zeit, in der mir in meinem Leben (im übertragenen Sinn) etwas über eine längere Zeit nicht schmeckt oder mir etwas oder jemand stinkt, meine Eingangspforten geschwächt werden. Was dazu führt, dass ich leichter einen grippalen Infekt bekommen kann, als in der Situation, in der es mir richtig gut geht.
Wenn ich nun dem Gedanken weiter folge, dann führt er dazu, dass ich die Erkrankung als Ausdruck meines seelischen Empfindens sehe. Sie kann als Hilfe verstanden werden. Je nach Schweregrad darf ich erst einmal zur Ruhe kommen. Anschließend habe ich die Möglichkeit, mir in der Auszeit Gedanken zu machen, was mir nicht schmeckt, was mir stinkt und vor allem, was mir schmecken würde, was ich lieber hätte und wie ich das Ziel in meinem Leben integrieren kann.

Plötzlich erhält der Satz eine neue Bedeutung „Alles fließt, alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“

Ich habe die Zeit der Ruhe und des Tuns. Wenn ich mich gegen den Schwung meines individuellen Lebenspendels stelle, dann stelle ich mich auch automatisch gegen mich. Mir bleibt etwas im Hals hängen, etwas schmeckt mir nicht, mir stinkt etwas usw. . Je häufiger das vorkommt oder je stärker etwas ist, umso eher tendiere ich zu einer Erkrankung. Nutze ich die Erkrankung als Chance zur Selbsterkenntnis, dann hilft mir dies auf meinem Weg. Der Rhythmus meiner Entwicklung ist ausgeglichen in Ruhe und Tun. Das scheint tatsächlich einem Prinzip im ewigen Werden und Wandeln zu unterliegen.

 

Karin Pietzek

kybkom.de