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Die Kraft Der Sprache /  Teil 1 – Worte

Die Kraft der Sprache / Teil 1 – Worte

Während einem Frauen-Photoshooting mit der Photographin Sabine Kristan und der Imageconsultant Eva Kraft, organisiert von Kristina Irudayam, Business Women Bodensee kam es wieder zu interessanten Kontakten. Wir erzählten uns von beruflichen und privaten Erlebnissen. Eines der Gespräche inspirierte mich für eine neue Serie im Kontext der kybernetischen Kommunikation, „Die Kraft der Sprache“. Inhaltlich werdet ihr einiges über die Macht der Worte, Grammatik, Betonung und tiefenpsychologische Verbindungen erfahren. Ich lade euch ein, alles Gehörte, Gelesene selbst zu testen und würde mich über Informationen zu euren Erfahrungen freuen.

Mit herzlichen Grüßen,

Karin
Karin Pietzek
Entspannungspädagogin, Kommunikationstrainerin, Supervisorin
kybkom.de

 

Kybernetische Kommunikation:  Die Kraft der Sprache /  Teil 1 – Worte

Für alle, die sich gerne selbst beobachten und üben möchten, bitte max. 1 Begriff je Woche nutzen. Alles andere würde die Authentizität schmälern. Gehe in kleinen Schritten, damit du sicher ans Ziel kommst.

Beim bewussten Hinhören, wenn wir und andere sprechen, zeigt sich häufig sehr schnell ein aktuelles Stimmungsbild des Sprechenden. Ich gebe euch gerne ein paar Beispiele:

– ‚eigentlich‘
‚Eigentlich‘ ist ein Füllwort, das besagt, eigentlich kann eigentlich weg gelassen werden. Tiefenpsychologisch betrachtet bedeutet ‚eigentlich‘, dass dieser Mensch in dem Zusammenhang der Nutzung unentschlossen ist und zeigt im Miteinander eine Eingeschränktheit, Unsicherheit.

– ‚aber‘
Grammatikalisch zählt ‚aber‘ zu den Hauptsatzverbindungen, ist also eine Konjunktion. Werden zwei Sätze mit ‚aber‘ verbunden, dann schränkt der zweite Satz, den ersten durch das ‚aber‘ ein.
Manche Menschen nutzen ‚aber‘ inflationär und sind sich dessen unbewusst. Sie beschreiben damit, dass sie innerlich gerne erst einmal in Widerspruch gehen. Das kann beispielsweise sowohl in der Selbstwahrnehmung, im Selbstwert sein, als auch im gefühlten ‚ich möchte mit meiner Meinung gehört und geachtet werden.‘ .
Die Meinung eines anderen anhören, stehen lassen können und gleichzeitig seine eigene Meinung im Gespräch äußern, führt zu Nähe. Zuviel ‚aber‘ erzeugt Distanz, Schwächung der eigenen Position und Ablehnung. Wer innerlich stark ist, kann die Meinung anderer akzeptieren und seine so eigene kommunizieren, dass Kommunikation ohne Streit abläuft.

– ‚man‘
‚Man‘ ist die Abkürzung von jemand. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich das Verstecken der eigenen Person hinter einem neutralen ‚man‘ eingebürgert. Es ist leichter sich hinter einem allgemeinen ‚man‘ zu verstecken als die konkrete Stellungnahme mit ‚ich‘ (mein, mich, usw.) zu formulieren. Tiefenpsychologisch bedeutet das sich verstecken, von sich selbst ablenken. Wer sich versteckt zeigt Schwäche und  Ängste. Wer klare Aussagen über sich und seine individuelle Meinung äussert, steht für sich ein, zeigt Stärke.

– ’nicht‘
‚Nicht‘ zählt wie ‚kein‘ zu den Verneinungen. Der Fokus ist bei beiden auf einen Mangel oder einen Vermeidungswunsch gerichtet. Wer sich in Richtung Fülle und Zielorientierung ausrichten möchte, hat die Möglichkeit der Formulierung von dem, was wirklich gewollt wird oder eine Tatsache ist.
Beispiel 1:  „Er kann nicht Auto fahren.“ eröffnet eine Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten.
Konkreter ist „Ihm fehlt der Führerschein.“ oder „Wer bei ihm mitfährt sollte starke Nerven haben.“
Beispiel 2: „Ich will nicht, dass du …. machst.“ Der Fokus liegt auf dem, was vermieden werden soll und genau das ist im Bewusstsein. Konkreter ist „Ich will, dass du …. machst.“ Der andere weiß damit, welche Erwartungen du hast.

– ’schade‘
’schade‘ beschreibt einen Schaden von sich selbst oder anderen.

– ‚Ausdruck‘
‚Ausdruck‘ kann sowohl ein Drucker-Ausdruck sein, es wurde etwas auf Papier gepresst als auch eine Gestaltgebung in Form, Farbe, Mimik, Gestik und/oder Haltung. Wer einen Ausdruck zeigt, spiegelt immer einen Druck. Druck steht  unterbewusst in Verbindung mit einer Stresssituation.
Wird von einem harmonischen Ausdruck erzählt, dann kann das tiefenpsychologisch ein Spannungsfeld und unterbewusst Unverständnis erzeugen, da Harmonie und Druck weit voneinander entfernt sind.

-‚muss‘, ‚müssen‘
‚muss‘ ist ein Verb, das in einem Zusammenhang -bei fehlender Erfüllung von etwas- Konsequenzen suggeriert. Wer viel tun ‚muss‘ erzeugt sich selbst Druck und erhöht damit seine Stressanfälligkeit.  Im Gegensatz von ‚muss‘ steht ‚dürfen‘.
Natürlich ist der Begriff bei bewusstem Einsatz sinnvoll. Doch Hand aufs Herz, wie häufig nutzt du ‚ich muss….‘ inflationär? Alternativ könntest du das ‚muss‘ weglassen und formulieren was du machst oder machen wirst.

 

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-> Teil 2 , Teil 3 /1 ,

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