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Die Kraft Der Sprache / Teil 3.2.Mimik

Die Kraft der Sprache / Teil 3.2.Mimik

3.2.1. Gesichtsausdruck

3.2.2. Mimik

Unsere Mimik zählt zu den ersten Kommunikationsmöglichkeiten wenn Worte fehlen. Zur Mimik zählen auch die feinen Bewegungen der Gesichtsmuskeln, die wir nutzen, wenn Gefühle gezeigt werden. In der Kommunikation zeigt sich die Mimik sehr komplex. Sie ist die erste Sprache, die wir Menschen erlernen.

Im späteren Leben werden manche Menschen zu Meistern der Täuschung. Sie verbergen ihre wahren Gedanken und Gefühle, respektive versuchen es. Lächeln zählt zu den Eingangstüren in der Kommunikation. Daher versuchen viele Menschen sich über das antrainierte Lächeln diese Tür offen zu halten.
Dennoch kann über das genau Beobachten der Mimik und den sehr feinen Bewegungen, die für einen Sekundenbruchteil übers Gesicht huschen erkannt werden, wie es wirklich ist. Der Blick für solche Signale, Mikroexpressionen, kann trainiert werden.

Wenn wir die Mimik unserer Gesprächspartner beurteilen wollen, hängt die Einschätzung vor allem von unserer eigenen Gefühlslage und dem unterbewussten Erfahrungswissen ab.
Wer sich und andere beobachtet, erkennt in der Mimik den Spagat zwischen dem inneren authentischen Selbst und der äußeren Darstellung dessen, was wahrgenommen werden soll.

Der Psychologe Paul Ekman entwickelte gemeinsam mit seinen Kollegen das Facial-Action-Coding-System – kurz Facs. Das ist ein Atlas der Gefühle. Er zeigt eine Vielzahl von Facetten der menschlichen Mimik und ordnet diese in Action-Units (AU, Aktionseinheiten,  Gesichtsbewegungen) ein. Entdeckt wurden 44 mögliche AUs, mit denen wir Gesichtsausdrücke zeigen. Ein glückliches Gesicht ist beispielsweise eine Kombination von AU 6 und AU 12, es werden gleichzeitig der Augenmuskel kontrahiert und die Mundwinkel gehoben.

Der Psychologe Alexander Todorov, Princeton University, beschrieb, dass neutrale Gesichter, deren Physiognomie an einen emotionalen Ausdruck erinnert, die Assoziation mit verwandten Charakterzügen hervorrufen.
Ähnelt ein Gesicht von Natur aus einer zornigen Mimik, wird dieser Mensch – auch wenn er charakterlich ganz anders ist- eher für aggressiv und gemein gehalten. Die Interpretation diesen Menschen ist direkt mit der Erfahrungswelt und Assoziationen des Wertenden verbunden.

„Psychologen vermuten, dass in solchen Fällen die Gehirnsysteme zur Emotionserkennung »übergeneralisieren«. Sie interpretieren selbst ein starres Muster als Signal. Eine ähnliche Verzerrung sehen Forscher auch beim Babyface-Effekt. Kindliche Gesichtszüge lassen Erwachsene naiver, fügsamer und ehrlicher aussehen. Auf ein Babygesicht mild zu reagieren ist zum Schutz unseres Nachwuchses anscheinend so tief in uns angelegt, dass wir auch bei Erwachsenen auf solche Reize ansprechen. Einmal zu viel ist offenbar besser als einmal zu wenig. Das kann kuriose Folgen haben: Eine Studie deutet darauf hin, dass Straftäter mit kindlichen Gesichtszügen bei vorsätzlichen Taten eher freigesprochen, bei Fahrlässigkeit dagegen eher für schuldig gehalten werden.“ [Quelle: Zeit.de]

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